Patientenveranstaltung am Mittwoch, den 22. September 2010
Krebs und Entzündung der Bauchspeicheldrüse – eine medizinische Herausforderung
Die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) kann zwei wesentliche Grundtypen von Erkrankungen entwickeln: die entzündlichen (Pankreatitis) und die bösartigen Erkrankungen (Pankreaskarzinom). Beide Grundtypen der Bauchspeicheldrüsenerkrankung können in sehr unterschiedlichen Ausprägungsformen und Verläufen das Leben der betroffenen Patienten nachhaltig beeinflussen.
Entzündliche Erkrankungen
Bei den entzündlichen Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse sind wieder zwei grundsätzlich unterschiedliche Verlaufsformen zu unterscheiden, die als akute und chronische Pankreatitis bezeichnet werden. Das Spektrum der Symptome reicht bei der akuten Pankreatitis von einem weitgehend beschwerdearmen bis zu einem lebensbedrohlichen Verlauf. In ihrer typischen Ausprägung verursacht die akute Pankreatitis heftige Schmerzen im Oberbauch, ggf. mit gürtelförmiger Ausstrahlung in den Rücken. Im Verlauf kann es zu einer entzündlichen Reaktion des ganzen Körpers mit Funktionseinschränkung mehrerer oder sogar aller Organsysteme kommen.
Bei der chronisch-rezidivierenden Pankreatitis handelt es sich um eine Erkrankung mit wiederholten Schüben von Oberbauchschmerz und zusätzlichen Beschwerden. Im Rahmen dieser Entzündungsschübe wird allmählich das Gewebe der Drüse dauerhaft zerstört, sodass die Funktion mit zunehmender Häufigkeit der Schübe immer mehr nachlässt. Das Leiden kann bis zu einer vollständigen Vernichtung des Bauchspeicheldrüsengewebes eskalieren.
Häufigste Ursache der akuten Pankreatitis ist ein Gallensteinleiden, bei dem die Steine am Übergang zum Zwölffingerdarm (Papille) einklemmen. Dadurch kann weder die Galle, noch das Bauchspeicheldrüsensekret in den Zwölffingerdarm abfließen und es entwickeln sich ein Gallestau bis hin zur Gelbsucht und die akute Pankreatitis.
Die Entfernung des ursächlichen Gallensteins ist dann erforderlich. Dies kann endoskopisch, per Bauchspiegelung oder durch die offene Operation erfolgen.
Die wichtigste Therapiemaßnahme bei der chronischen Pankreatitis ist die Vermeidung von Alkoholkonsum und Rauchen, da dies die Hauptauslöser der Erkrankung sind. Bei fortgeschrittenen Erkrankungen können endoskopische oder operative Therapiemaßnahmen erforderlich werden, die dem Abfluss oder der Beseitigung schmerzhafter Zysten oder der Wiederherstellung des gestörten Abflusses aus dem gestauten Bauchspeicheldrüsengang dienen.
Krebserkrankung der Bauchspeicheldrüse
Es gibt sehr unterschiedliche Formen des bösartigen Tumorwachstums in der Bauchspeicheldrüse (Pankreaskarzinom).
Häufig werden die Tumoren im Bauchspeicheldrüsenkopf erst recht spät auffällig. Die Patienten werden gelb (Ikterus), haben dabei aber keine Schmerzen und insbesondere keine Koliken. Aufgrund des unbemerkten Fortschreitens der Erkrankung werden häufig erst spät entwickelte Symptome wie Gewichtsverlust, eine Beeinträchtigung der Verdauung oder sehr starke, in den Rücken ausstrahlende Schmerzen auffällig.
Die Therapie wird abhängig gemacht von einer genauen Diagnostik sowohl des Tumors als auch der Lymphknoten und ggf. vorhandener Fernmetastasen. Die Prognose wird hierbei ganz wesentlich durch eine möglichst frühzeitige Operation beeinflusst. Eine außerordentlich wertvolle ergänzende Maßnahme steht uns heute mit der Protonentherapie zur Verfügung, die eine Abtötung von kleinen Tumorresten nach operativer Behandlung des Bauchspeicheldrüsenkrebses ermöglicht. Bei weiter fortgeschrittenem Tumorstadium kann eine ergänzende Chemotherapie notwendig sein. Weit fortgeschrittene Tumorstadien können nur noch mit Entlastungsoperationen zur Wiederherstellung der Verdauung behandelt werden.
Die Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie an der CHIRURGISCHEN KLINIK DR. RINECKER bietet Ihnen eine kostenlose Informationsveranstaltung zum Titel „Krebs und Entzündung der Bauchspeicheldrüse – eine medizinische Herausforderung“ am Mittwoch, den 22.09.2010, ab 18.00 Uhr. Der Chefarzt der Abteilung, Herr Dr. H. O. Steitz, wird mit seinem Team die möglichen diagnostischen Behandlungsmaßnahmen vorstellen. Dabei wird auch die enge Verzahnung der an der Tumorbehandlung beteiligten Fachdisziplinen sowie insbesondere die enge Kooperation der Klinik mit dem RINECKER PROTON THERAPY CENTER (RPTC) deutlich werden.
Interessenten werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 089/724400 anzumelden. Im Anschluss besteht die Möglichkeit zu einer ausführlichen Diskussion bei einem Imbiss.
Veranstaltungshinweis:
Patientenveranstaltung in der CHIRURGISCHEN KLINIK DR. RINECKER
Datum: Mittwoch, 22. September 2010, 18.00 Uhr
CHIRURGISCHE KLINIK DR. RINECKER
Am Isarkanal 30, 81379 München, Tel.: 089 / 72 44 00
www.rinecker.de
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