Thorakales Aortenaneurysma
Seit einer Dekade hat sich die endovaskuläre Rekonstruktion der thorakalen Aorta, ausgehend von experimentellen Arbeiten, etabliert. Besonders die Ergebnisse der Therapie bei Notfallpatienten weisen die Effizienz der Methode nach.
Anhand eigener Erfahrungen werden Kriterien aufgezeigt, die das Verfahren bei elektiven Patienten indizieren.
Unten stehend sind die patientenbezogenen Forderungen, die sowohl allgemeine, als auch topographisch-morphologische Kriterien umfassen, aufgezeigt.
Allgemeine Kriterien
- Keine Infektion
- Lebenserwartung
- Regelrechte Sozialeinbindung
- Allgemein- und geistiger Zustand
Topografisch-morphologische Kriterien
| Aneurysma | Ätiologie | |
| Konfiguration | ||
| Lokalisation | ||
| Ausdehnung | ||
| Zu passierende Gefäße (Alternative - Conduit?) | Keine Stenose | |
| Kein Verschluss | ||
| Kein Kinking | ||
Die interventionelle Therapie mit Stentgraft zur Ausschaltung von thorakalen Aortenaneurysmata fordern eine sichere präoperative Planung des Eingriffs durch Schnittbildverfahren in der Kernspintomographie und vor allem Computertomographie.
Ein erfahrenes interventionell-gefäßchirurgisches Team ist ebenso wie eine adäquate technische Ausrüstung erforderlich. Zum Gelingen sind ärztliche Präsenz und Verlaufskontrollen unabdingbar.
Anforderungen
| Sichere präoperative Diagnostik beim Elektiveingriff | MR |
| CT | |
| Erfahrenes interventionell und gefäßchirurgisches Team | |
| Technische Ausrüstung | Digitale Angiographie-Funktion |
| Eingriff im OP | |
| Sicheres interventionelles Device | |
| Anästhesiologische und intensivmedizinische Präsenz | Intraoperativ |
| Postoperativ | |
| Klinische und CT-Verlaufskontrollen | |
Anhand eines Fallbeispiels wird in der Bildsequenz 1 neben der anästhesiologischen und internistischen Vorbereitung die morphologische Planung dargestellt:
Bildsequenz 2 zeigt die operative Methodik:
Des Weiteren ist durch ein Operationsschema die Implantation eines derzeit gebräuchlichen Stentgraftsystems, wie es im vorliegenden Fall zur Anwendung kam, aufgezeigt. Die weiteren Abbildungen in Bildsequenz 3 zeigen die durch Bildwandlerverstärker dargestellte Einbringung und endgültige Platzierung des Stentgraftsystems in der thorakalen Aorta:
Der postoperative Verlauf erfordert eine kurzfristige intensivmedizinische Kontrolle mit Kreislauf-, Durchblutungs- und Laborüberwachung sowie eine computertomographische Kontrolle der Effizienz der Ausschaltung durch das Stentgraft vor Entlassung.
Bildsequenz 4 zeigt den Verlauf unmittelbar postoperativ:
Weitere Verlaufskontrollen sind nach 3 Monaten, 6 Monaten und dann mindestens jährlich bzw. bei Beschwerden erforderlich. Diese umfassen neben der klinischen Beurteilung der Patienten und der Laborparameter wiederum eine Nachuntersuchung in einem modernen Computertomographen.
Bildsequenz 5 zeigt den Verlauf 12 Monate postoperativ:
Durch die minimalinvasive Implantation von Stentgraftprothesen bei thorakalen Aortenaneurysmata kann einer Patientengruppe Hilfe zuteil werden und der drohende Ruptur mit gravierenden Folgen für Leib und Leben erfolgreich vorgebeugt werden. Trotz hoher Kosten der modernen Technik und der teuren sogenannten „Devices“, das heisst der Stentgraftimplantate, sollen entsprechende Patienten dieser Therapie zugeführt werden.
Einschlägige Literaturbeispiele:
J.R. Allenberg, H. Schumacher: Endovaskuläre Rekonstruktion der thorakalen Aorta – eine klinische Standortbestimmung nach 6-jähriger Erfahrung. Gefäßchirurgie (Suppl. 1), Band 8, S. 575–584 (2003).
K.H. Orend, R. Scharrer-Pamler, X. Kapfer, J. Kick, J. Hahn, B. Heimer, L. Sunder-Plassmann: Die experimentelle Rekonstruktion der Aorta descendens. Gefäßchirurgie, Band 1, S. 98–103 (1996).
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