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Hernien – Versorgung von Bauchwandbrüchen

Etwa 4 % der Bevölkerung erkranken in ihrem Leben einmal an einem Bauchwandbruch. Die sogenannten Hernien gehören damit zu den häufigsten Krankheiten in der Chirurgie weltweit. Eine Hernie ist ein Bruch oder Riss der Bauchwand, aus dem sich Bauchfell durch eine Muskellücke in der Bauchwand vorwölbt. Durch die Bruchpforte tritt ein Bruchsack aus, in den Bauchorgane vorfallen können. Der Bruchsack ist von Bauchfell (Peritoneum) ausgekleidet. Je nach dem Ort des Auftretens einer Hernie unterscheidet man Leistenhernien (80 % aller Hernien), Hoden-, Schenkel-, Nabel-, Narbenhernien und einige weitere seltenere Brüche. Neben diesen Formen des äußeren Bruches gibt es auch innere Brüche, wobei die Zwerchfellhernie die häufigste Form darstellt und beispielsweise nach Unfällen auftreten kann. Ursachen für eine Hernie können starker Druckanstieg im Bauchraum beispielsweise durch Pressen, Husten, Wasseransammlungen oder Tumore, angeborene unvollständige Verschlüsse der Bauchwand und Operationen sein.

Beschwerden bei Hernien


Schon kleinere Brüche können sehr schmerzhaft sein. Häufig bereiten Hernien aber auch zunächst überhaupt keine Schmerzen und fallen irgendwann als vermeintlich neu aufgetretene Vorwölbung auf. Bei starker Anspannung der Bauchmuskeln treten an der Bruchstelle ziehende oder spitz stechende Schmerzen sowie ein Druckgefühl auf. Charakteristisch ist eine tastbare Geschwulst an der Bruchstelle, insbesondere bei einem Pressversuch. Bei Hernien droht eine große Gefahr, wenn Bauchorgange in der Bruchpforte eingeklemmt (inkarzeriert) und dadurch von der Blutversorgung abgeschnitten werden. In einer solchen Notfallsituation muss sofort operiert werden.

Therapie bei Hernien

 
Hernien heilen nicht von selbst. Die Bruchpforte kann sich aber erweitern. Daher können die Brüche nur operativ verschlossen werden. Symptomatische, also schmerzhafte Hernien sollten zeitnah operiert werden. Hierfür stehen verschiedene Operationsverfahren zur Verfügung. Grundsätzlich lassen sich offene Operationen und endoskopische Methoden unterscheiden. Bei offenen Eingriffen wird die Bruchstelle durch einen kleinen Schnitt in der Bauchwand vernäht. Dabei wird die Naht verstärkt durch Überlappung („Doppelung“) der Muskulatur oder ein kleines synthetisches Netz. Das Netz regt die Bildung von festem Narbengewebe an und stabilisiert dadurch die Bauchwand. Endoskopische Hernienoperationen werden vor allem bei wiederholten Brüchen an bereits operierten Stellen angewendet. Hier muss immer ein Netz eingesetzt werden.


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